Angst


 

Die Angst oder Furcht ist ein Gefühl, wie Ärger, Wut, Freude, etc. Sie gehört zu unserem Leben. Jeder Mensch hat sie schon einmal erlebt. Wenn wir Angst empfinden, schüttet unser Körper Adrenalin aus, so dass wir in Sekunden einen höheren Energiepegel zur Verfügung haben. Angst als Schutzmechanismus, schützt uns vor bedrohlichen Situationen.

Die Symptome die sich breit machen reichen von Zittern, Schwindel, erhöhter Pulsschlag, Herzrasen, Atemnot, Unwohlsein, die Angst die Kontrolle zu verlieren, um zufallen, Kloß im Hals, die Angst verrückt zu werden, etc. Sie kann aus heiterem Himmel kommen oder in bestimmten Situationen oder vor bestimmten Objekten auftreten.

Wie entsteht die Angst?

Die Angst entsteht im Kopf und ist ein Ergebnis unserer Fantasie, so könnte man es formulieren. Es sind unsere Gedanken, die die Gefühle erzeugen und aufrecht erhalten. Übertriebene Angst oder irrationale Angst in Situation die völlig unbedrohlich sind schränken unsere Lebensqualität ein. Dann leiden wir ggf. an einer Angststörung.
Und es kommt zu sog. Erwartungsangst, der Angst vor der Angst.

Anhand des Teufelskreismodels möchte ich aufzeigen, wie Angst entsteht und aufrecht erhalten wird.

Hierzu ein Beispiel im Supermarkt:
Eine Frau bückt sich im Supermarkt nach dem untersten Regal, um dort eine Dose herauszuholen. Beim raschen Aufrichten beschleunigt sich ihr Herzschlag. Sie denkt, mein Herz klopft schneller als vorher. Sie hat das Gefühl nicht mehr richtig atmen zu können. Sie kann sich die Symptome nicht erklären und wird ängstlich und stellt sich vor, wie sie nach Luft schnappt und in Ohnmacht fällt. Sie nimmt hier körperliche Symptome wahr und bewertet dies als gefährlich, als Warnung vor etwas Schrecklichem was gleich passieren wird. Diese Vorstellung erzeugt Angst. Durch die Angst werden in ihrem Körper weitere physiologische Veränderungen ausgelöst. Der Körper schüttet z. B. Adrenalin aus und die körperlichen Symptome intensivieren sich. Ihr wird schwindelig, sie fängt an zu zittern, ihr wird heiß, sie fühlt sich völlig verwirrt und denkt, ich verliere den Verstand und werde vollständig die Kontrolle verlieren. Ihr Herz schlägt noch schneller und sie spürt Schmerzen in der Brust und denkt gleich werde ich einen Herzanfall bekommen. Sie möchte weglaufen, aber weiß nicht wohin. Sie verlässt umgehen den Supermarkt und die Symptome lassen langsam nach. Sie verbindet nun ihre körperlichen Symptome mit dem Supermarkt und hat Angst diesen wieder zu betreten, weil sie die Erwartung hat, dass die Angst dort wieder auftritt.

Dieses Beispiel zeigt, das körperliche Symptome häufig stärker werden, wenn man besonders auf sie achtet. Und da sie keine Erklärung für ihre Symptome hatte, wurde sie ängstlich, weil sie ängstlich wurde haben sich die Symptome verstärkt. Manche Menschen die einmal starke Angst erfahren haben, werden sehr empfindlich gegenüber körperlichen Veränderungen, bewerten dies als bedrohlich und setzten somit den Teufelskreis in Gang.

Der Teufelskreis kann auch durch negative Gedanken ausgelöst werden. Sie lesen in der Zeitung, dass jemand in Ihrem Alter an einem Herzinfarkt gestorben ist. Und Sie denken, ich könnte auch an einem Herzinfarkt sterben, denn viele Angstanfälle wird mein Herz nicht mehr aushalten. Durch diesen Gedanken fängt Ihr Herz schneller anzuschlagen, sie denken, oh schon wieder ein Angstanfall, dadurch werden sie ängstlich und sie achten vermehrt auf ihr Herzklopfen und setzten somit den Teufelskreis der Angst in Gang. Dieser Aufschaukelungsprozess führt dazu, dass sie ihr Verhalten verändern, Medikamente zur Beruhigung, Flucht aus der Situation oder nicht mehr ohne Begleitung das Haus verlassen, etc.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Teufelskreis sowohl durch negative Gedanken, d.h. durch die falsche Bewertung der Situation oder durch die verstärkte Wahrnehmung körperlicher Veränderungen ausgelöst wird und erhalten bleibt. Entscheidend ist dabei, dass die inneren Reize als gefährlich bewertet werden und somit verstärkt werden. Der Aufschaukelungsprozess kommt so richtig in Gang. Als Konsequenz verändert sich dann auch das eigene Verhalten.

Angstanfälle entstehen also als eine Reaktion auf die Wahrnehmung und Bewertung innerer Reize. Obwohl diese Reaktion zunächst meist verständlich ist, geht sie bei manchen Menschen zu weit, da sie auf falschen Bewertungen beruht.

Das ABC der Gefühle beschreibt diesen Zusammenhang so:

Die Art und Weise wie wir denken, bestimmt wie wir uns fühlen und verhalten.

A Situation
B Bewertung der Situation als positiv, negativ oder neutral
C Gefühle, Köperreaktionen und Verhalten

Ein Beispiel, wir stehen morgens auf schauen durchs Fenster und die Sonne scheint, wir haben gute Laune sind heiter gestimmt und verhalten uns dem entsprechend nett anderen gegenüber. Wir bewerten die Situation als erfreulich, positiv und fühlen uns gut.

Ein anderes Beispiel, wir stehen morgens auf schauen aus dem Fenster und es regnet, wir bekommen schlechte Laune verhalten uns dem entsprechend mürrisch dem anderen gegenüber. Wir bewerten die Situation als furchtbar, negativ und fühlen uns depressiv.

Ein weiteres Beispiel, wir schauen morgens aus dem Fenster egal bei welchem Wetter und uns interessiert nur was wir uns anziehen. Sind ebenso gut gelaunt anderen gegenüber. Wir bewerten die Situation als neutral, alles in Ordnung und sind entspannt, zufrieden.

Diese Beispiele machen klar, das es unsere Bewertungen der Situation sind, ob wir eine Situation mit positiv, negativ oder als neutral bewerten. Dies hängt mit unseren Wertevorstellungen zusammen. Bei einer Angststörung werden die körperlichen Reize als gefährlich interpretiert.

Das ABC der Gefühle macht deutlich, dass wir Einflussmöglichkeiten auf unsere Gefühle haben. Die Situationen die wir erleben, können wir meistens nicht verändern oder beeinflussen, aber unsere Einstellung dazu, also unsere eigene Bewertung der Situation, so lange wir lernfähig sind. Genauso sagt das ABC der Gefühle auch aus, dass andere keine Verantwortung für unsere Gefühle haben und wir auch keine Kontrolle über deren Gefühle haben.